Neukölln im Netz
Karl-Marx-Platz in Neukölln

48 STUNDEN NEUKÖLLN / Endstation Paradies, 15. bis 17. Juni 2012

Zurück

48 STUNDEN NEUKÖLLN / Endstation Paradies
15. bis 17. Juni 2012
Fr. 19.00 Uhr – So. 19.00 Uhr

Das Kunst- und Kulturfestival 48 STUNDEN NEUKÖLLN lädt dieses Jahr zum 14. Mal zu einer kulturellen Entdeckungsreise nach Nord-Neukölln ein. Vom 15. bis 17. Juni 2012 fragt es unter dem Jahresmotto „Endstation Paradies“ auch nach der kontrovers diskutierten Veränderung des Stadtteils. Bildende Kunst, Tanz, Theater und Performances sowie Lesungen und Führungen finden am Festivalwochenende auf Straßen und Plätzen, in Theatern, Ateliers, Galerien und Privatwohnungen statt. An etwa 340 Orten mit insgesamt rund 600 Veranstaltungen haben die BesucherInnen zahlreiche Möglichkeiten, künstlerische Kleinode, spannende Inszenierungen und ungewöhnliche Orte zu entdecken. Der Eintritt zu den meisten Veranstaltungen ist frei. Die BesucherInnen können sich von Freitag 19.00 Uhr bis Sonntag 19.00 Uhr durch die Vielzahl der Veranstaltungen treiben lassen. Für die nötige Orientierung sorgen das neu und übersichtlicher gestaltete Programmheft und die Kiezflyer. Auf der Website der 48 STUNDEN NEUKÖLLN, wo sämtliche Informationen zum Festival benutzerfreundlich zusammengefasst sind, besteht neben der Detailsuche auch das Angebot, sich ein individuelles Programmheft zusammenzustellen.

Neukölln – Endstation oder Paradies?

Diesjährige Schirmherrin des Festivals ist die in Neukölln lebende Regisseurin Yasemin Şamdereli, die mit ihrem Film Almanya – Willkommen in Deutschland bekannt wurde. Wie lang Migration in Neukölln schon eine bedeutsame Rolle spielt, zeigt das 275. Jubiläum der Zuwanderung böhmischer Glaubensflüchtlinge nach Rixdorf, das mit den 48 STUNDEN NEUKÖLLN zusammenfällt. Wie die meisten Menschen, die aus religiösen, politischen oder wirtschaftlichen Gründen fliehen, verließen auch sie einst ihre Heimat in der Hoffnung, ein besseres Leben oder gar das „Paradies“ zu finden. Daher widmet sich das Festival in diesem Jahr besonders den Themen Migration, Asyl, Illegalität und des interkulturellen Zusammenlebens. Haben die in Neukölln lebenden Menschen, darunter viele erst jüngst Hinzugezogene, ihr individuell erträumtes Paradies gefunden? Was für die Einen das Versprechen eines Aufbruchs ist, ist für Andere der tägliche Kampf um würdige Lebensbedingungen. Viele Künstlerinnen und Künstler haben sich von der spannenden und kontrovers diskutierten Metamorphose Neuköllns inspirieren lassen. Zahlreiche Aktionen und Ausstellungen zeigen deren jeweilige Sicht auf das Festivalmotto „Endstation Paradies“ und untersuchen die Veränderungen im multiethnischen Stadtteil, der gerade für junge Kreative aus aller Welt enorm anziehend wirkt.

Das Festival richtet sich neu aus

48 STUNDEN NEUKÖLLN wird seit seinem Start im Jahr 1999 immer umfangreicher und findet ein immer größeres Interesse, sowohl bei den KünstlerInnen als auch bei den BesucherInnen. Dabei ist es der Festivalleitung wichtig, den Veränderungen des Bezirks auch konzeptionell Rechnung zu tragen. 48 STUNDEN NEUKÖLLN gibt lokalen und internationalen Akteuren weiterhin eine dezentrale, unjurierte Plattform für ihre Aktionen und Projekte. Die Konzentration auf kleinteilige, weniger auf eine Konsumhaltung ausgerichtete Veranstaltungen steht dabei im Fokus. Ein weiterer wichtiger Aspekt für die Neuausrichtung ist die Akzeptanz und Unterstützung der AnwohnerInnen, deren Kooperationsfreude mit den KünstlerInnen dem Festival seine einzigartige Form gibt. Die Festivalorganisatoren achten in diesem Jahr daher verstärkt auf anwohnerfreundliche Bedingungen. Am Festivalwochenende weist eine Info-Kampagne zusätzlich auf partytaugliche Veranstaltungen der 48 STUNDEN NEUKÖLLN in den Nachtstunden hin. Eine große Skulpturenausstellung mit Künstlerparty findet etwa im CUBE, Rollbergstraße 26, statt.